Nächtliches Rendezvous mit dem Duke

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Selbstverständlich wird Lilys bezaubernde Schwester den umschwärmten Lionel, Duke of Edgeworth heiraten! Alle wissen das - bloß der Duke offenbar nicht. Denn auf einem Ball macht er die unerhörte Bemerkung, er hätte sich für die ältere Miss Hightower entschieden. Für Lily, seine Vertraute seit Kindertagen! Und obwohl Lionels heißer Kuss im nächtlichen Garten ein unerhörtes Gefühl in ihrem vorsichtigen Herzen wachruft, muss Lily ihn unbedingt entmutigen. Denn ein skandalöses Geheimnis, das sich um ihre wahre Abstammung rankt, verhindert, dass sie seine Duchess wird …


  • Erscheinungstag 14.05.2019
  • Bandnummer 594
  • ISBN / Artikelnummer 9783733736835
  • Seitenanzahl 256
  • E-Book Format ePub
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Leseprobe

PROLOG

Der zukünftige Duke of Edgeworth schob das Kinn vor und spürte dabei den Schnitt, den er sich bei seinem ersten Rasierversuch zugefügt hatte. Als er seinem Vater erzählt hatte, wie es zu dieser Verletzung gekommen war, war ihm untersagt worden, das Rasiermesser jemals wieder anzufassen. Aber eines Tages würde er der Duke sein – und niemand würde es mehr wagen, ihm Anweisungen zu erteilen.

Die Stimmen seiner Eltern verschwammen im Hintergrund, während er sich mit Mathematik beschäftigte. Er mochte Mathematik, und er mochte es, wie seine Eltern ihm ihre Aufmerksamkeit schenkten, wenn sie ihn auf seine Zukunft vorbereiteten.

Sein Vater saß an dem anderen Schreibtisch, und seine Mutter schaute ihm über die Schulter dabei, ging dann aber an ihren Nähtisch zurück.

Die Stimme seines Vaters durchbrach die Stille. „Die jüngere Miss Hightower?“

„Sie ist ein reizendes kleines Mädchen.“ Seine Mutter machte es sich auf ihrem Stuhl bequem, nahm ihre Stickarbeit zur Hand und betrachtete sie.

„Nicht die ältere“, fügte sein Vater hinzu. „Sie blickt so finster.“

„Die ältere ist Lily.“ Die Mutter betrachtete missbilligend einen Stich ihrer Stickarbeit und trennte ihn mit ihrer Nadel wieder auf. „Und sie blickt nicht finster. Sie geht den Dingen auf den Grund.“

„Das Mädchen hat recht gute Manieren, aber sie ist keine Duchess“, sagte der Duke.

„Sie ist zu ernst.“ Seine Mutter sah nicht auf von ihrer Arbeit, während sie die Nadel durch den Stoff bewegte. „Aber ich bin sicher, sie wird zu einer Schönheit heranwachsen. Die am wenigsten niedlichen Kinder werden die schönsten Erwachsenen, und ehrlich gesagt habe ich nie ein hässlicheres Baby als Lily gesehen. Ihre Augen waren riesig, und die kleinen Ärmchen so mager. Sie erinnerte mich an ein halb verhungertes Mäuschen. Aber jetzt sieht sie menschlicher aus, und mit Kosmetik kann man wahre Wunder erreichen.“

Der Duke legte die Fingerspitzen aneinander. „Ihr Vater ist unser Nachbar, da wäre es leicht zu beobachten, wie die Kinder heranwachsen. Aber ich bin nicht sicher – die Mutter ist so …“

„Aber das bedeutet nicht, dass die Kinder auch so sein werden. Die Jüngere ist ein gehorsames Mädchen. Sie macht genau das, was die Ältere ihr sagt.“

„Gehorsam.“ Der Vater nickte, und Lionel sah gerade rechtzeitig auf, um zu bemerken, wie sein Vater seiner Mutter zuzwinkerte. „Ich habe dich nie sagen hören, dass ein Duke eine gehorsame Ehefrau braucht.“

„Oh, ganz gewiss“, entgegnete die Mutter und machte dann Anstalten, das Zimmer zu verlassen. „Schade, dass man dir das als Kind nicht gesagt hat.“

Sein Vater lachte leise, klopfte dann auf die Papiere, die vor ihm lagen, und entschied: „Dann ist das also geklärt.“ Er sah seinen Sohn an. „Was hältst du von der jüngeren Miss Hightower?“

„Sie ist ein Baby.“ Lord Lionel wandte sich wieder seinen Rechenaufgaben zu. „Babys können nicht heiraten.“

„Sie wird wachsen“, meinte sein Vater. „Wenn wir uns entscheiden, so lange sie jung ist, können wir dafür sorgen, dass sie so erzogen und ausgebildet wird, wie es sich für eine Duchess gehört. So, wie du sie haben willst. Wenn ich ihren Vater darüber informiere, dass du an ihr interessiert bist, wird er dafür sorgen, dass sie auf die richtige Weise aufwachsen wird. Der Mann versteht die Gesellschaft, auch wenn er nur einen Fuß in der Tür hat.“

Lionel zuckte mit den Schultern. Vielleicht würde er eines Tages eine Miss Hightower heiraten, aber nicht die jüngere. Schließlich konnten nur alte Menschen heiraten. Sie waren mindestens fünfundzwanzig, vielleicht sogar dreißig Jahre alt. Ja, mit dreißig könnte er die ältere Miss Hightower bitten, seine Frau zu werden, denn dann wäre er so alt, dass es keine Rolle mehr spielte.

Und er fand nicht, dass sie wie ein Mäuschen aussah – und selbst wenn, wäre es ihm egal gewesen.

Am vergangenen Mittwoch hatte er im Garten gesessen und seine Aufgaben gemacht, als Miss Lily nach ihm gerufen hatte, und sie hatte geknickst. Niemand hatte das vorher getan, und er nickte ihr zu, so wie sein Vater es tat, wenn jemand vor ihm knickste. Dann hatte sie ihn aufgefordert, mit ihr und ihren Puppen zu spielen. Er hatte Nein gesagt, obwohl das besser klang, als lernen zu müssen. Daraufhin hatte sie ihn „Lord Einfaltspinsel“ genannt. Ihre Gouvernante war herausgekommen und hatte Miss Lily ermahnt, und sie war nach Hause zurück getrottet.

Sie tat ihm leid. Er hatte gehört, was seine Eltern über sie gesagt hatten, und das war viel schlimmer als „Einfaltspinsel“.

Er wusste nicht, was Einfaltspinsel bedeutete, aber er war sicher keiner. Schließlich würde er ein Duke werden, genau wie sein Vater, und jeder sprach immer freundlich mit einem Duke. Das war eine Regel oder ein Gesetz oder so etwas.

Seine jüngeren Brüder sagten immer, sie würden ihn niemals Edgeworth nennen, denn das war der Titel ihres Vaters, und wenn er der Duke war, dann würden sie ihn Edgeworthless nennen – Edgewertlos. Aber ihre Mutter hatte das gehört und die Brüder gerügt. Sie hatte ihnen gesagt, sie müssten sich gut benehmen, sonst würde das ein schlechtes Licht auf die ganze Familie werfen. Sie waren Aristokraten. Das durften sie nie vergessen.

1. KAPITEL

Euer Gnaden.“ Die Stimme des Kammerdieners klang, als würde ein Stein in einen Brunnen fallen.

Der Duke of Edgeworth wollte nicht aufwachen. Er hatte viel zu lange in die Nacht hinein gearbeitet, in dem Bemühen, sich wieder auf die Bücher zu konzentrieren, die er so lange vernachlässigt hatte.

„Euer Gnaden“, wiederholte Gaunt. „Euer Gnaden.“ Die Stimme klang ein wenig heiser.

Edgeworth öffnete die Augen, vor allem, um Gaunt zu versichern, dass er noch am Leben war.

„Ja“, murmelte Edgeworth und richtete sich ein wenig auf. Das benommene Gefühl in seinem Kopf hätte ihn um ein Haar wieder zurücksinken lassen. Der Schmerz war beinahe überwältigend.

Gaunt sprach so leise, dass seine Stimme gerade noch so gehört werden konnte, als hätte er Angst, der Klang könnte Edgeworth in irgendeiner Weise schaden. Edgeworth biss die Zähne zusammen. Er war am Leben. Am Leben. Er hatte zweimal überlebt. Beim ersten Mal wäre er beinahe ertrunken, und dann hatte er sich verbrannt. Das Jahr hatte nicht gut angefangen.

„Der Grund, warum ich Sie wecke …“

„Ja?“ Edge wünschte sich, der Mann würde schneller sprechen. Gaunts Zurückhaltung strapazierte seine Geduld und erinnerte ihn nur daran, wie nahe er dem Tod gewesen war.

„Da ist eine Frau, die Sie sehen möchte. Dessen – sind wir sicher.“ Gaunt hatte die Hände ineinander verschlungen.

Edge setzte sich so weit auf, dass er sich an den Kopfteil des Bettes lehnen konnte. Er achtete nicht auf den Schmerz, stellte die Füße auf den Boden und erhob sich. Die nach Schwefel riechende Salbe, mit der Gaunt ihn hatte ersticken wollen, lag noch neben der Waschschüssel. Er zeigte darauf und gab mit einer kurzen Handbewegung die Anweisung, sie möge entfernt werden.

Gaunt nahm das Tuch mit zwei Fingern und hielt es seitlich, weit ab von seinem Körper.

„Die Haushälterin ist jetzt bei dem Gast. Der Butler hat darauf bestanden“, erklärte Gaunt.

Die Haushälterin kümmerte sich eigentlich nicht um Gäste, und dass der Butler jemanden anwies, bei einem Gast zu bleiben, war noch nie vorgekommen.

„Wir hielten es für das Beste“, fügte Gaunt hinzu, „diese Frau nicht allein zu lassen. Aber wir konnten sie auch nicht hinausgeleiten, denn sie behauptet, Nachrichten von einem Ihrer Freunde auf dem Land zu haben, der kürzlich verstorben ist.“

„Sie behauptet?“

„Sie kennt den Namen Ihres Verwandten.“ Gaunts Miene blieb ausdruckslos, während er sprach.

Edge ging zur Waschschüssel und spritzte sich Wasser ins Gesicht. Die Verbrennungen hatten seinen Körper geschwächt, aber nicht seinen Geist. Und Gaunt kannte den Familienstammbaum weit besser, als er selbst ihn kannte. Bei einer Gelegenheit hatte er Edge sogar geholfen zu klären, in welcher Weise ein Cousin mit ihm verwandt war.

„Warum wurde sie nicht gebeten, eine Karte dazulassen, und dann wieder fortgeschickt?“

„Ich werde sie fortschicken.“ Gaunt zögerte und hustete. „Sie ist in Schwarz gekleidet. Von Kopf bis Fuß. Das Gesicht verschleiert. Taschentuch in der Hand. Hat schrecklich geschluchzt. Ich hielt es für Ihre Entscheidung, wollte es Ihnen überlassen. Sie hat etwas – Vertrautes an sich.“

„Ich werde mich darum kümmern“, sagte Edge und überlegte, ob die Krankheit seinen Verstand angegriffen hatte.

„Sie hatte keinen Wagen dabei“, fügte Gaunt hinzu. „Nicht einmal eine Droschke.“

„Eine Zofe?“

„Sie ist allein.“

Edge schüttelte den Kopf. Das klang wie ein Scherz, den sein Cousin Foxworthy sich ausdenken würde. Irgendein leichtes Mädchen zu schicken, damit es ihn verführte. Dann würde Fox mit einer Gruppe von Freunden draußen warten, die alle gewettet hatten, wie lange es dauern würde, bis die Frau wieder fortging. Fox hatte so etwas Ähnliches früher schon getan – mehr als einmal sogar – aber er sollte sich hüten, so etwas bei Edge zu versuchen.

Edge würde Fox eine Gelegenheit verschaffen, seine eigenen Genesungskräfte zu erforschen.

Als Edge in den Salon trat, blickte die Haushälterin von der dunklen Gestalt mit dem Taschentuch in der Hand hinüber zu ihm.

Er hielt einen Moment inne, um sich an das Trauergewand zu erinnern, das er schon einmal gesehen hatte, doch er konnte sich nicht erinnern, je zuvor jemanden so vollständig in Schwarz gekleidet erlebt zu haben, obwohl durch den Schleier über der Haube der Schimmer eines gelben Bandes zu sehen war.

Die Kleidung der Frau war nicht aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt, und es gab auch keine fransigen Kanten oder abgetragenen Säume, und doch hielt er kein Kleidungsstück für völlig neu. Sie hielt in jeder Hand ein nasses Taschentuch und hob das, das sie in ihrer Rechten hielt, hinter den Schleier, um sich das Gesicht abzutupfen.

„Ist jemand gestorben?“, fragte er die dunkle Gestalt.

„Ja. Darf ich unter vier Augen mit Ihnen sprechen?“ Bei den leisen, sanften Worten bewegte sich der Schleier. Die Stimme eines Straßenmädchens, da war er ganz sicher. Dafür würde Foxworthy bezahlen.

Neben Edge schien die Haushälterin zu erstarren. „Nein“, erwiderte er.

Die Frau hob die Hände, berührte den Rand des Schleiers, um ihn zu heben. Doch sie zögerte.

„Berichten Sie mir Ihre Neuigkeiten“, sagte er. „Ich würde einen trauernden Menschen nur ungern aufhalten, wenn er Trost zu Hause im Kreise seiner Lieben finden könnte.“

Er hörte, wie sie tief Luft holte.

Dann stand sie mit einer einzigen Bewegung auf. „Euer Gnaden. Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass Lady Cumberson, Cousine fünften Grades Ihrer Mutter, verstorben ist.“

Edge rührte sich nicht, dachte über etwas nach, konnte es aber nicht zuordnen. Lady Cumberson war schon vor einigen Monaten gestorben. Dann räusperte er sich. „Lady Cumberson ist von uns gegangen? Wie bedauerlich. Eine reizende, liebe Frau. Ungefähr so groß.“ Er hielt den Arm unterhalb seiner Schulter. „Eine Heilige. Graues Haar.“

Lady Cumberson war größer als jede andere Frau, die er kannte, besaß einen vulgären Sinn für Humor und hatte kohlschwarzes Haar.

„Nein. Recht groß. Dunkles Haar. Und vermutlich können Sie sie eine Heilige nennen, aber ich habe sie nicht so gesehen.“

Er hielt inne, als er die Stimme erkannte. Er zwang sich zur Zurückhaltung.

Lily? Lily Hightower? Fox hätte niemals gewagt, sie zu schicken. Er hatte nichts zu schaffen mit Frauen wie Lily. Und wann hatte Lily eine so sündhaft klingende Stimme bekommen?

„Können Sie sich vielleicht die Zeit nehmen und mir von ihren letzten Minuten erzählen?“, fragte er, drehte sich um und entließ die Haushälterin. Die ältere Frau ging hinaus.

„Was veranlasst dich zu dieser Maskerade?“, fragte Edge.

Sie lüftete den Schleier gerade so weit, dass er ein Kinn erkennen konnte, einen wohlgeformten Mund und zwei braune Augen, die ihn über den Rand des Schleiers hinweg ansahen. Er schluckte.

„Ich kann dich nicht offen besuchen, ohne dass mein Vater davon erfährt. Ich kann nicht warten, bis deine Mutter zurückkehrt von ihrem Aufenthalt auf dem Land, sodass ich so hätte tun können, als würde ich sie besuchen, und du wärest nur zufällig vorbeigekommen …“ Sie schüttelte den Kopf, als wollte sie unliebsame Gedanken abschütteln. „Ich nehme an, mir fiel niemand sonst ein, der mir helfen könnte. Und ich hätte nicht gewusst, was tun, wenn du dich nicht erholt hättest – so bald.“

„Vielen Dank für deine Sorge um meine Gesundheit.“

„Das ist doch selbstverständlich.“ Die Worte platzten heraus. Ihre Stimme klang gepresster, als sie sich den Schleier wieder über das Gesicht zog. „Ich hörte von deinem Unfall – Himmel, der zweite! –, aber dann hörte ich gleich darauf, dass du in London bist, in einem Wagen hierhergebracht wurdest, und wir wussten nicht, ob du leben oder sterben würdest. Meine Familie wäre verzweifelt gewesen, wenn du …“

„Deine – Familie – wäre verzweifelt gewesen?“ Es gelang ihm, die Worte so zu betonen, dass sich die Frage an sie richtete.

„Natürlich. Wir alle wären verzweifelt gewesen.“

Der Schleier wanderte wieder nach oben. Das Taschentuch knüllte sie zusammen, sodass sie zwei Finger frei hatte, um ihre Verhüllung zu heben und ihn aus dunklen Augen zu betrachten. Dann fiel der Stoff wieder herab. „Ich fürchtete das Schlimmste, aber dann hat deine Mutter mich an dein Bett geführt.“ Ihre Stimme bebte. „Du sahst aus – aber du hast dich danach offenbar schnell erholt.“

Er winkte ab. „Ich hatte nur zwei Möglichkeiten, und diese erschien mir am vorteilhaftesten.“

„Es war schrecklich, dich so krank zu sehen.“

Wie durch einen Nebel meinte er zu hören, wie seine Mutter ihn anflehte, nicht an seinem Geburtstag zu sterben, aber er schob die Erinnerung daran beiseite. Es würde ihm nicht guttun, über so etwas nachzudenken.

„Euer Gnaden“, sagte sie. Er beugte sich vor, um sie besser verstehen zu können. „Ich bin sehr erleichtert zu sehen, dass Sie wieder Sie selbst sind.“

„Wäre ich erwacht und hätte festgestellt, dass ich nun mein Cousin Foxworthy bin, hätte ich mich nicht erholt.“ Er musste Lilys Worten etwas mehr Leichtigkeit verleihen.

Er wartete auf eine Reaktion. Der verdammte Schleier.

„Es wäre eine Schande gewesen zu sterben, nachdem du endlich in deine Schuhe hineingewachsen bist.“ Ihre Stimme klang wieder kräftiger.

„Wie bitte?“

„Deine Schuhe. Ich erinnere mich daran, dich beobachtet zu haben, als du vor Jahren draußen gesessen und gelernt hast. Es ist, als hätte dich jemand an den Ohren gepackt und dich zurechtgezogen, von den Schuhspitzen bis zum Kinn. Du bist jetzt du selbst.“

„Danke.“

„Ich hielt dich sogar für recht gut aussehend, bis zu dem Tag, an dem du dafür gesorgt hast, dass ich vom Baum falle.“

„Ich habe dich daran gehindert, dich umzubringen.“ Und das war nicht leicht gewesen. Er hatte bemerkt, wie sie versuchte, den Drachen zu erreichen, der sich in einem kleinen, halb abgebrochenen Ast des Baumes verhakt hatte. Er hatte sie angebrüllt, sie solle aufhören. Sie war nur noch schneller geklettert.

Er sprang nach vorn und erreichte den Baum gerade noch rechtzeitig, um ihren Knöchel zu erwischen, aber sie hielt sich an einem Ast fest und versuchte, ihren Fuß aus seinem Griff zu befreien. Er erklärte ihr sachlich, dass er an den Drachen auf andere Weise gelangen könne. So, wie sie es anstelle, werde sie den Drachen kaputt machen.

„Oh“, sagte sie mit gerecktem Kinn und sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. Er ließ ihren Knöchel los, in dem Glauben, sie hätte ihn verstanden, doch sie griff nur nach dem nächsthöheren Ast. Im letzten Moment packte er ihre Schnürsenkel, und sie ließ los und fiel rücklings auf ihn. Auch er fiel um und federte dabei ihren Sturz ab. So dünn sie auch war, sie plumpste wie ein Stein auf seinen Bauch. Er lag auf dem Boden und rang nach Atem, während er nach oben zu dem Drachen blickte, der fröhlich über ihren Köpfen flatterte.

Sie schrie und rappelte sich auf, sah zu ihm hinunter. Bei dem Sturz musste sie sich verletzt haben. Er hatte schon früher eine aufgeplatzte Lippe gesehen, aber noch nie bei einem kleinen Mädchen.

„Du Einfaltspinsel!“, rief sie und blickte ihn aus blitzenden Augen an.

Einfaltspinsel? Er starrte sie an. Einfaltspinsel? Offenbar fluchten kleine Mädchen anders als andere Menschen.

„Du Einfaltspinsel. Deinetwegen bin ich vom Baum gefallen.“

„Du …“

Er wollte gerade noch einmal erklären, dass sie noch von einem weitaus höheren Ast hätte fallen können, und dass er sie dann nicht hätte auffangen können, aber das Blut in ihrem Gesicht ließ ihn verstummen.

In diesem Moment führte sie die Hand an die Lippe und ließ dann die Finger wieder sinken, sodass sie die rote Flüssigkeit sehen konnte. Dann stieß sie einen klagenden Laut aus. Sie war ins Haus gerannt, ehe er aufgestanden war.

Später hatte er die fadenfeine Narbe gesehen, die sich einen Fingerbreit oberhalb ihrer geschwungenen Lippe befand. Jedes Mal, wenn er ihr später begegnete, vergewisserte er sich zuerst, ob die Narbe noch da war. Nur war ihr Mund jetzt hinter einem durchscheinenden Schleier versteckt. Das ärgerte ihn.

„Deine Gouvernante hätte bestraft werden müssen.“

„Mrs. Smith war eine sehr, sehr liebe Gouvernante. Nicht so wie die danach.“ Die Haube wurde zurückbewegt, und der Schleier berührte den Umriss ihres Kinns. „Ich glaube, ich bin ganz gut geraten.“

„Natürlich.“ Davon war er überzeugt. „Du musst dich nicht vor mir verstecken.“ Er starrte den schwarzen Stoff an.

„Das tue ich nicht. Ich bin diskret.“ Sie hob die Stimme ein wenig.

„Dann sprich leiser.“ Er trat näher, streckte vorsichtig die Hand aus, lupfte den Stoff und hielt ihn wie ein Zelt zwischen ihnen hoch.

Er betrachtete die Narbe über ihren verführerischen Lippen, dann sah er ihr in die braunen Augen, und er fühlte sich wie ein kleiner Junge. Was seltsam war, denn als Kind hatte er sich nie so gefühlt. „Warum bist du hier?“, fragte er und bemühte sich um einen distanzierten Tonfall. Er wartete darauf, dass sie sagte, sie habe ihn sehen wollen.

„Edge“, wies sie ihn zurecht und entzog sich ihm. Der Stoff entglitt seinen Fingern.

Sie hatte den Spitznamen benutzt, mit dem seine Brüder und Cousins ihn riefen, seitdem der alte Duke gestorben war. Wesentlich besser, als Einfaltspinsel genannt zu werden, wie er fand.

„Ich hatte gehofft, dich auf ein Wort im Garten zu treffen, aber …“ Sie verstummte.

Er nickte und runzelte die Stirn. Der Garten. Seit er die Verbrennungen davongetragen hatte, war er nicht mehr in der Sonne gewesen. Er war kaum in der Lage gewesen, sich zu bewegen. Er hatte darauf verzichtet, für den Sommer die Stadt zu verlassen, und beschlossen abzuwarten, ob er überleben oder sterben würde.

Sie wandte sich ab. Innerlich lächelte er. Sie wandte sich ab, um ihre Miene zu verstecken. Als könnte er irgendetwas erkennen, was sich hinter dem Schleier verbarg.

Er betrachtete ihre Schultern und ließ den Blick tiefer gleiten. In diesem Augenblick begriff er, dass aus Lily Lillian geworden war. Er holte tief Luft und blickte zur Wand.

„Du bist eine entschlossene Person. Du hast immer ganz genau das getan, was du solltest, und du hast eine ganze Reihe von Pflichten, denen du nachkommen musst …“ Sie räusperte sich. „Vor allem eine.“

„Welche eine könntest du jetzt meinen?“

„Du bist tatsächlich die einzige Person, die mir meine Frage beantworten kann.“

Er ließ den Blick über sie hinweggleiten. „Du bist gekommen, um eine Frage zu stellen?“

Sie drehte sich um, hob den Schleier und sah Edge direkt ins Gesicht. „Ich weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, und ich wollte nicht, dass die Nachricht in die falschen Hände gerät, daher musste ich persönlich kommen. Es ist weitaus leichter, ein gesprochenes Wort zu leugnen als ein geschriebenes.“ Sie senkte die Stimme. „Und ich nehme an, ich wollte mich selbst davon überzeugen, dass du wieder auf den Beinen bist“, fügte sie hinzu.

Er stand ganz still, und sah vor seinem inneren Auge das kleine Mädchen, das ihn angestarrt hatte, während er im Garten Aufgaben löste. Er hatte schnell herausgefunden, dass er sie nur ansehen und irgendetwas Finsteres murmeln musste, damit sie ins Haus laufen und ihn für den Rest des Tages mit seinen Büchern allein lassen würde.

„Welche Frage hast du an mich?“, fragte er.

„Wirst du meiner Schwester einen Antrag machen?“

Das Gefühl, einen Stein im Magen zu haben, war wieder da. Er beugte sich vor und sah sie an. „Wie bitte?“ Verwirrt schüttelte er den Kopf.

„Bald?“

„Ich habe noch nicht darüber nachgedacht“, stieß er hervor.

„Du wärest beinahe gestorben“, warf sie ihm vor. „Zwei Mal. Was wäre dann aus ihr geworden? Sie wird nicht jünger.“

„Keiner von uns wird das.“

Ihre braunen Augen blitzten. „Ich habe gehofft, du wüsstest meine Offenheit zu schätzen und würdest meine Sorge um meine Schwester verstehen“, sagte sie. „Ich dachte, uns verbindet etwas.“

„Das tut es.“ Er betrachtete wieder ihre Lippen. Die kleine senkrechte Narbe, kaum breiter als ein Faden und nur aus der Nähe zu erkennen, führte von ihrer Lippe nach oben.

Ihre Aufmerksamkeit ließ etwas nach, und sie berührte die feine Narbe mit ihrer schwarz behandschuhten Hand. „Ich sehe damit wie ein Pirat aus“, stellte sie fest.

„Nein. Ich kann die Narbe nur sehen, weil ich – weil ich weiß, dass sie da ist.“

Sie wurde ernst. „Wirst du meiner Schwester den Hof machen? Ich muss es wissen.“

„Warum?“ Er schüttelte abermals den Kopf. Er hatte angenommen, dass dieser Unsinn über sein Interesse an ihrer Schwester vor langer Zeit aufgehört hätte. Sein Vater hatte diese Geschichte in Umlauf gebracht, während er selbst eine solche Absicht nie kundgetan hatte. Nie. Tatsächlich hatte er geglaubt, das wäre längst vergessen.

Er wusste, dass gelegentlich, wenn er sich für einen Tag zu Hause angekündigt hatte, seine Mutter dafür gesorgt hatte, dass die Schwestern Hightower zum Tee kamen. Aber seine Mutter hatte viele Teepartys mit jungen unverheirateten Frauen veranstaltet, wenn er zu Hause war.

Ihre Frage, ob er ihre Schwester heiraten wolle, drang nun vollends zu ihm durch und traf ihn hart. Es hatte ihm nicht viel ausgemacht, wenn seine Mutter in seiner Gegenwart die Namen irgendwelcher potenziellen Heiratskandidatinnen erwähnt hatte, aber Lily – sie hätte es besser wissen sollen. „Dir ist bewusst, dass ich beinahe gestorben wäre“, sagte er und reckte das Kinn. „Eine Heirat ist nicht das Erste, woran ich denke.“

„Du hast dich wieder erholt. Oder etwa nicht?“ Sie sah ihm in die Augen.

„Zumindest bin ich am Leben.“ Nicht dass das für sie einen großen Unterschied zu machen schien, außer wenn es um ihre Schwester ging.

„Noch ein Grund zu heiraten, würde ich sagen.“ Hoffnungsvoll sah sie ihn an.

„Aber wenn ich sterbe, wäre es mir egal, ob ich eine Ehefrau habe oder nicht.“ Nun, vielleicht nicht ganz. Lily sollte kein Schwarz tragen.

„Aber es wäre für den Fortbestand deiner Familie nicht egal und nicht für eine Frau, die eine Familie möchte. Ein Duke braucht einen Erben. Ganz einfach. Aber ich erwarte nicht, dass du stirbst. Ich erwarte, dass du ein langes gesundes Leben führen wirst.“ Ihre Augen funkelten belustigt. „Du hast keine Wahl. Pflicht.“

„Ich hoffe, Sie überschätzen mich nicht, Miss Hightower.“

Er hatte in seinem Leben etwas erreichen wollen, ehe er dreißig wurde. Er hatte gedacht, er könnte seinen Einfluss im Parlament nutzen, um mehr Arbeit für jene zu beschaffen, die durch die mechanisierten Webstühle arbeitslos geworden waren, aber er kam weit langsamer voran, als er gehofft hatte. Und bevor er heiratete, wollte er sein Ziel erreicht haben. Und er hatte bislang den Eindruck gehabt, Lily würde das verstehen. Die wenigen Male, bei denen er mit ihr als Erwachsener gesprochen und ihr gesagt hatte, welche Fortschritte er mache, und dass persönliche Pflichten danach kämen, hatte sie genickt und schien ihn verstanden zu haben.

Hatte er gedacht.

Jetzt stand Lily vor ihm, und sie musste etwas in seinem Gesicht gesehen haben. Sie streckte die Hand aus und berührte zwar nicht ihn, aber seinen Ärmel. Sie lächelte. „Du wirst also nächste Woche zu unserer Soiree kommen und erwägen, meiner Schwester den Hof zu machen.“

„Nein.“

„Nein?“ Sie trat zurück und sah ihn aus großen Augen an, ehe sie zu Boden blickte. Den Arm ließ sie sinken. „Nein?“

Er schwieg.

„Bist du sicher?“ Sie sprach vorsichtig und zögernd. „Du wirst Abigail nicht heiraten?“ Sie musterte ihn gründlicher, als Gaunt es getan hatte, als er nach Edge gesehen und ihm den Puls gefühlt hatte.

„Ich kann nicht glauben, dass du das fragst.“

Sie holte tief Luft. „Hast du Pläne zu heiraten?“ Sie sprach lauter, streckte den Arm aus und machte eine Bewegung, als wollte sie einem Kind den Kopf tätscheln. „Eine eigene Familie haben. Kleine Erben. Eine kleine Meute, die sich zum Schlafengehen zusammenkuschelt.“

„Wenn ich ans Heiraten denke, dann stelle ich mir dabei keineswegs vor, zu einem Wurf Katzen zu gehen und das Kätzchen mit dem kräftigsten Schrei herauszusuchen.“ Dann dachte er daran, wie Lily vom Baum gefallen war, und unterdrückte ein Lächeln. „Obwohl ich nichts habe gegen einen kräftigen Schrei.“

„Einverstanden“, sagte sie. „Aber du musst zugeben, dass meine Schwester eine gute Duchess abgeben würde.“

„Deine Schwester ist eine angenehme Person. Aber ich habe sie nie als Duchess gesehen. Niemals.“

Sie starrte ihn aus ihren mausbraunen Augen an, und ein Flattern in der Herzgegend ließ ihn innehalten. Seine Mutter hatte recht gehabt. Lily war zu einer Schönheit herangewachsen.

Da sein Vater das immer gesagt hatte, nahmen die Leute an, Edge würde die jüngere der Schwestern Hightower heiraten. Es war Edge recht gewesen, die Leute in dem Glauben zu lassen. Das hinderte Mütter daran, falsche Hoffnungen zu hegen und ihn mit ihren Töchtern verkuppeln zu wollen, und er musste nicht irgendwelchen Flirts aus dem Weg gehen. Außerdem hatte er immer gewusst, dass er eines Tages Lily heiraten würde. Das hatte er irgendwann beschlossen und war mit der Aussicht äußerst zufrieden gewesen, und er hatte gewusst, dass Lily dasselbe empfand. Wie sollte sie nicht? Es stimmte, er hatte immer zuerst mit ihrer Schwester getanzt und danach erst mit Lily, aber das hatte er nur getan, um mehr Zeit für sie zu haben, ohne dass Abigail ungeduldig auf ihren Tanz hätte warten müssen.

Und sie hatten bei diesen Gelegenheiten nicht viel miteinander gesprochen, aber er hatte auch nicht das Gefühl gehabt, dass das nötig gewesen wäre. Sie hatten beieinander gestanden, wie Kameraden, und die anderen Gäste beobachtet. Wenn das kein Zeichen für ein tiefergehendes Interesse war, dann wüsste er nicht, was es sonst hätte sein sollen. Er hatte lange bei einer lauten Soiree mit Musik und Geplapper, das jedes Wort übertönte, ausgeharrt, nur um ein paar Momente an ihrer Seite zu verbringen. Das hatte er nie für eine andere Frau getan.

„Hör auf, so finster dreinzublicken.“ Sie ahmte seine Miene nach und setzte ein gezwungenes Lächeln auf. „Es hat meiner Schwester nicht wehgetan, als deine potenzielle Braut angesehen zu werden. Ganz im Gegenteil. Sie hat die beste Erziehung erhalten und den Neid vieler Menschen auf sich gezogen.“

Innerlich zuckte er mit den Schultern und erkannte, dass er Frauen nicht so gut verstand, wie er glaubte. „Also, an dem Tag, an dem du erwähntest, dass dein Vater so glücklich wäre, einen Duke in der Familie zu haben …“ Nun, diese Bemerkung hatte er falsch verstanden. Ihre Schwester war die letzte Person, an die er gedacht hatte, als er in jener Nacht mit Lily den Walzer getanzt hatte.

Er wusste ohne zu fragen, dass sie immer gern unter vier Augen mit ihm gesprochen hatte. Und wenn sie davon erzählt hatte, wie gut Abigail sich entwickelte, dann hatte er das so gedeutet, dass Lily sich gut um ihre Schwester kümmerte und eine gute Mutter sein würde – für seine Kinder. Er hatte nicht daran gedacht, sie könnte annehmen, er interessiere sich für Abigail. Abigail? Nein!

„Edge.“ Dieses Mal presste sie die Lippen fest zusammen, ehe sie sprach, und er wusste, sie scherzte nicht. „Ich weiß, du bist ein ehrenwerter Mann, und da du nichts gesagt hast, dachte ich, wir hätten einander vielleicht missverstanden. Niemand wird ihr den Hof machen, weil alle glauben, du hast sie als deine Braut gewählt. Vater hat jeden anderen Verehrer vertrieben. Sie wird als alte Jungfer enden, wenn sie fast eine Ewigkeit auf dich wartet und, nachdem sie alle anderen zurückgewiesen hat, du dich dann woanders umsiehst.“

„Ich habe kein einziges Mal die Absicht erklärt, Abigail heiraten zu wollen.“ Er hatte sie besonders höflich behandelt, weil er davon ausgegangen war, dass sie zur Familie gehören würde. Als Schwester seiner Ehefrau.

„Nun, Vater hat so viel Geld, dass ich vermute, wir können für sie später einen Ehemann kaufen.“ Sie rümpfte die Nase. „Allerdings finde ich, du hättest es mir sagen können.“

„Ich dachte, ich hätte dir meine Absichten zu verstehen gegeben.“

„Dass du Abigail heiraten willst.“ Ihre Worte klangen vorwurfsvoll. „Ja. Und sie sagt, sie ist es leid, auf dich zu warten, und sie ist entschlossen zu heiraten, ehe das Jahr um ist. Das steht auf ihrer Liste.“

„Ihre Liste, oder deine?“

„Es ist ihre Liste, und auf der steht, dass sie zuerst ihre Stickarbeiten zu Ende bringen will und dann heiraten. Diese Stickmuster werden es nie an die Wand schaffen. Wie auch immer, Abigail wird heiraten, weil sie das schon immer wollte. Und auf meiner Liste steht das auch. Für meine Schwester eine passende Partie zu finden.“

„Ich werde die Soiree besuchen, aber …“ Dasselbe Gefühl, das er gehabt hatte, als er ins Wasser fiel – nämlich den Boden unter den Füßen zu verlieren –, überkam ihn jetzt. Er atmete schneller. Was, wenn Lily – ihn nicht heiraten wollte?

Sie kam näher und streckte die Hand aus, hielt wieder inne, ehe sie seinen Arm berührte. „Danke, dass du es mir gesagt hat“, sagte sie. Ihre Stimme bebte.

„Lily …“

Sie zog den Saum ihres Schleiers zurecht, und der Anblick, wie das Schwarz ihre Augen verdeckte, traf ihn bis ins Mark, als wäre er noch einmal dem Tod begegnet. Die Dunkelheit drohte ihn zu ersticken, wenn er daran dachte, sie zu verlieren.

Lily wandte sich ab und ging auf die Tür zu. Es gab einen Windhauch, und ein leichter Blumenduft umfing ihn.

Der Hauch von Parfüm rührte an sein Herz. Er hätte nicht sprechen können, selbst wenn ihm etwas eingefallen wäre.

Er unterdrückte den Impuls, ihr nachzugehen. Nach den Verbrennungen war er zeitweise vollkommen verwirrt gewesen, und als er sich erholt hatte, hatte er die Erinnerungen daran beiseitegeschoben. Er konnte es nicht ertragen, eine derartige Schwäche gezeigt zu haben.

Aber es war kein Engel gewesen, der an seinem Bett gesessen hatte. Das wusste er in dem Augenblick, da ihm der Blütenduft in die Nase gestiegen war. Es war Lily gewesen, die in sein Krankenzimmer gekommen war und seine Mutter getröstet hatte.

Vage erinnerte er sich, dass seine Mutter sich über sein Bett gebeugt und ihm alles Gute zum Geburtstag gewünscht hatte. Dabei war eine Träne aus ihrem Auge auf seine Wange getropft. Sie hatte die Träne abgewischt, war dann in Schluchzen ausgebrochen und aus dem Zimmer gelaufen.

Von irgendwoher hatte er gehört, wie Foxworthy sagte, es gebe keinen Grund zur Sorge, denn Edges Bruder habe drei Söhne, an die der Titel übergehen könne.

Zorn hatte seine letzten Lebensgeister erfüllt und ihm die Kraft verliehen, eine Hand zu heben. Er würde eine letzte Sache tun und dann sterben.

Er wollte die Finger zur Faust ballen, alle bis auf den Mittelfinger, aber er hatte es wohl nicht geschafft, ehe ein Engel seine Hand genommen und seine Faust gehalten und gedrückt hatte. Eine weibliche Berührung. Die Haut fühlte sich kühl an – erfrischend nach der Hitze, die ihn zu ersticken gedroht hatte. Ein Engel, gekommen, seinen Schmerz zu lindern und ihn aus dem Leben zu holen.

Er hatte die Finger zweimal gedrückt.

Der Engel hatte ihn gepackt und angestoßen, sodass sein Körper schmerzte. Aber dann hatte sie ihn umarmt und an sich gedrückt. Dabei kitzelte ihn eine Haarsträhne an der Nase, und die Seife, die sie benutzte, überlagerte den Geruch des Krankenzimmers. Ihre Berührung wirkte besser als das Laudanum, und der Schmerz ließ langsam nach. Er atmete ein, wollte sich ihren Duft einprägen und wie sich ihre Wange auf seiner anfühlte.

„Beeil dich und werde wieder gesund“, flüsterte sie, die Lippen an seinem Ohr.

Die Berührung ließ sein Blut schneller fließen, und sein Herz schlug heftiger, aber als sie ihn losließ, konnte er ihr nicht folgen.

Er wollte, dass sie blieb. Sehnte sich danach, dass sie bei ihm blieb, aber es war ein anderer Schmerz als das Pochen, das ihn zu zerreißen drohte.

Sie hatte ihm gesagt, er solle gesund werden, und das hatte er getan. Für sie. Für den Engel. Für Lily. Und er wollte verdammt sein, wenn er sie nicht bat, ihn zu heiraten.

2. KAPITEL

Gaunt.“ Edgeworth trat vom Fenster weg, als sein Kammerdiener hereinkam. „Sind meine Sachen bereit?“

„Euer Gnaden?“ Gaunt neigte fragend den Kopf.

„Für die kleine …“ Er machte eine kreisförmige Handbewegung, setzte sich an den Frisiertisch und stellte beim Blick in den Spiegel erfreut fest, dass sein Gesicht wieder eine gesunde Farbe angenommen hatte. „… Soiree unserer Nachbarn. Sie haben doch sicher meine Sachen bereitgelegt.“ Ohne den Blick vom Spiegel zu wenden, fragte Edge: „Sie haben doch meine Kleidung herausgelegt. Und es nicht vergessen?“

„Äh – ja. Euer Gnaden. Natürlich.“ Gaunt zog sich rasch zurück.

Edgeworth regte sich nicht. Einen kurzen Augenblick lang hatte er Gaunts Blick im Spiegel gesehen. Selbst als er mit seiner üblichen ruhigen Stimme geantwortet hatte, hatte der Kammerdiener ganz kurz gen Himmel geblickt. Enerviert.

Edgeworth starrte in den Spiegel. Gaunt war der einzige Kammerdiener, den er jemals gehabt hatte. Und der Diener vergaß nie etwas – Edgeworth dachte zurück. Er hatte Gaunt nichts von der Soiree erzählt. Nein. Er konnte sich nicht erinnern, die Einladung jemals erwähnt zu haben. Er war damit beschäftigt gewesen, all die Aufgaben zu erledigen, die während seiner Genesungszeit liegen geblieben waren, und er hatte seinen Antrag geplant. Aber das war egal. Gaunt war immer vorbereitet.

Als Gaunt zurückkehrte, hatte er dieselbe stoische Miene aufgesetzt wie immer – abgesehen von dem Moment vorhin, als er nicht gewusst hatte, dass er beobachtet wurde. Jetzt wartete der Diener mit all den notwendigen Dingen auf, als hätte er schon lange vorher gewusst, dass sie gebraucht wurden. Warmes Wasser. Kleidung wurde bereitgelegt. Die Rasur wurde rasch vollendet, mit ein paar Spritzern jenes Duftes, von dem Gaunt sagte, es sei Kapuzinerkresse, und Edgeworth vermutete, dass es sich lediglich um gewöhnliche Rasierseife handelte, die man in einen teuren Behälter gefüllt hatte.

Edgeworth musterte sich ein letztes Mal, obwohl er wusste, der Diener hätte nicht versäumt es ihm zu sagen, wenn etwas nicht gestimmt hätte.

„Ich kann nicht glauben, dass Sie die Soiree vergessen haben“, sagte Edge.

„Ich auch nicht.“

Kein Anflug von Irritation. Vielleicht glaubte Gaunt wirklich, er hätte es vergessen.

Edge nahm den Kamm und fuhr sich damit noch einmal durchs Haar, dann wollte er ihn an den Rand des Tisches legen und ließ ihn dabei versehentlich fallen. Als er aufstand, nahm er das trockene Tuch vom Tisch, wischte sich über die Wangen, knautschte es zu einem Ball zusammen und warf es über die Seifenschale. Auf dem Weg nach draußen musterte er Gaunts Gesicht. Die Miene des Dieners war gelassen.

Draußen blieb der Duke stehen und schloss die Tür, doch dann hielt er inne und öffnete sie noch einmal. Gaunt war gerade dabei, den Kamm aufzuheben und ihn dorthin zu legen, wohin er gehörte. Dann nahm er das Tuch und holte dabei tief Luft. Er wrang das Tuch, einmal und noch einmal und dann noch einmal, als wäre es – vielleicht ein Hals. Dann strich er es glatt, ehe er es dorthin legte, wo Edge es am liebsten hatte.

Edgeworth zog leise die Tür hinter sich zu und seufzte im Stillen. Das Tuch war nicht nass gewesen. Und wenn es sich dabei um seinen Hals gehandelt hätte, dann würde er jetzt nicht zu der Soiree gehen.

Lily warf einen Blick in Abigails Zimmer. Ihre Schwester hatte das Gesicht ihrer Mutter geerbt, eine perfekte Herzform, und den Teint und das helle Haar ihres Vaters.

Lily vermutete, dass sie selbst ihrem tatsächlichen Vater ähnlich sah. Das eine Mal, da sie den Schmied gesehen hatte, hatte sie noch nicht gewusst, dass Männer ihre Merkmale an ihre Kinder vererben konnten. Dafür war sie jetzt dankbar.

Ihre Mutter hatte Lily an der Hand hinter sich her gezogen und durch die unsichtbare Wand aus Hitze und Gerüchen geschoben, die die Werkstatt von der Außenwelt trennten. Ein Schmied war aufgetaucht, der wie ein finsterer Riese vor einem Feuer stand, wo vielleicht seine nächste Mahlzeit gebraten wurde – oder wo ein kleines Mädchen, das ihm zu nahe kam, hineingeworfen werden konnte.

Seine Augen konnten nicht rotglühend gewesen sein – er war ein Mensch –, aber in ihrer Erinnerung hatte er rote Augen, riesige Zähne, und sein nasses Haar hatte wie spitze Dornen von seinem Kopf abgestanden.

Das Schicksal hatte sie in eine Prinzessinnenwelt geworfen, wo selbst eine Zofe vor sich hin summte. Ein illegitimes Kind zu sein war nicht halb so schlimm wie der Gedanke, wie ihr Leben hätte verlaufen können bei dem Mann, an dessen Wänden überall lange Zangen hingen.

Nur einmal hatte sie einen Albtraum gehabt, in dem er sie mit den Zangen gepackt und in die Flammen geworfen hatte. Dabei hatte er gelacht und ihr gesagt, dass sie nicht in die Welt des reichen Mannes gehörte. Sie gehörte zu den Kohlen.

Jetzt bewunderte Lily ihre Schwester und war dankbar für das Strahlen, das Abigail in die Welt brachte.

„Du siehst aus wie eine Prinzessin.“ Lily lehnte sich an den Türrahmen.

„Ich fühle mich auch so.“

Lily lächelte und ging davon, die Treppen hinunter in den Ballsaal. An diesem Abend würde sie nicht jeden Mann finster ansehen, der zu nahe bei Abigail stand, sie würde lächeln und sich zurückziehen.

Sie holte tief Luft, ehe sie den Ballsaal betrat. Der Duft der Kerzen erfüllte die Luft. Sie zupfte die Ärmel ihres Kleides zurecht. Das Kleid trug sie nun schon in der dritten Saison, aber für die Stickerei an Mieder und Saum hatte die Schneiderin viele Monate gebraucht.

Als sie die breiten Schultern und die gerade Haltung von Edgeworth erkannte, hielt sie inne. Der Mann, der zu seiner Linken stand, war größer. Der zu seiner Rechten hatte eine heitere Miene und war recht schmal. Edgeworth war nur durchschnittlich groß und von durchschnittlichem Aussehen, abgesehen von seinen Schultern und seinen Augen.

Jeder bemerkte ihn, auch wenn die Ladies zurückhaltend waren. Niemand wollte Edgeworth verärgern. Nicht einmal sie. Zumindest für gewöhnlich nicht.

Aber sie hatte sich einmal ein Buch von ihm stibitzt, das er draußen auf einer Bank hatte liegen lassen. Sie wusste, er würde zurückkommen, um es zu holen. Sie wusste es – und sie rannte nach oben, hätte sich beinahe auf die Zunge gebissen, als sie die Treppen hinaufstolperte, dann lief sie in Abigails Zimmer, um zu sehen, was unten passierte. Damals war die Hecke um die Bank noch nicht so hoch gewesen, und Lily stand wartend am Fenster.

Er kam zurück und starrte auf die leere Stelle.

Dann schaute er nach oben. Sie hielt das Buch vor die Scheibe.

Edgeworth zeigte auf die Bank, und sie sah seine Schultern.

Er machte einen Schritt in ihre Richtung. Drohte ihr mit dem Finger. Er lächelte nicht, obwohl sie das erwartet hatte. Eine Hand ballte er zur Faust.

Sie legte das Buch hin, denn sie konnte nicht gleichzeitig ein schweres großes Buch halten und das Fenster öffnen.

Sie öffnete das Fenster, hob das Buch hoch, nahm es in beide Hände und ließ es dann fallen. Dann sprang sie rasch zurück, schloss das Fenster und begab sich außer Sichtweite.

Den Rest des Tages rechnete sie damit, gerufen und bestraft zu werden, aber niemand erwähnte ihre Missetat. Ihr Vater hätte ihr niemals verziehen. Ein gewöhnliches Mädchen ärgerte nicht den Sohn eines Dukes.

Und dann ließ er das zweite Buch liegen, und sie wusste, das hatte er für sie getan. Sie musste lachen, als sie den Titel sah. Sie las es nie, aber stellte es in die Bibliothek ihres Vaters, und sie lächelte jedes Mal, wenn sie daran vorbeiging und sich ausmalte, wie er es für sie hingelegt hatte.

Sie wollte ihm sagen, dass sie es verbrannt hatte, aber als sie ihn das nächste Mal sah, vergaß sie es. Sie war zu aufgeregt und erzählte ihm, dass ihre Mutter beschlossen hatte, London zu verlassen. Sie würde nicht länger zwischen den beiden Häusern ihrer Eltern hin- und hergerissen sein. Sie und Abigail würden im Haus ihres Vaters bleiben.

Sie fragte sich, warum ihr an Edgeworth so viel auffiel. Das war immer so gewesen. Aber sie vermutete, es lag daran, dass sie ihn schon ihr Leben lang kannte.

Jetzt sah er sich während der Soiree im Raum um, und sein Blick blieb nicht auf ihr ruhen. Er hielt nicht einmal inne. Ihr zog sich der Magen zusammen. Sie wusste ohne jeden Zweifel, dass er sie bemerkt hatte, auch wenn er sie nicht ansah. Er hatte sie ebenso deutlich gesehen wie an jenem Tag, als er zum Fenster hinaufschaute, weil sie sein Buch an sich genommen hatte.

Seine Augen erinnerten sie immer an die Geschichte von dem Mann, der die Sonnenstrahlen einfängt und sie auf Boote richtete, um sie in Brand zu setzen – nur waren Edgeworths Flammen blau. Es war faszinierend, wie er den Blick aus diesen Augen einsetzte, beinahe wie ein Ritter, der sein Schwert in eine bestimmte Richtung wandte, um jemanden in zwei Hälften zu zerschlagen.

Sie tat so, als würde sie ihm keine Beachtung schenken, und ging zum Tisch mit der Limonade. Sie kehrte den Männern den Rücken zu, sodass sie nicht in Versuchung geriet, Edgeworth zu beobachten. Musik von dem Quartett, das spielte, drang an ihr Ohr, und sie lächelte. Der Abend würde perfekt werden für Abigail.

„Miss Hightower.“ Sie konnte nicht verhindern, dass sie sich sofort nach der Stimme hinter ihr umdrehte, eine Stimme, die sie sofort erkannte. Vielleicht, dachte sie, ist es das, was ihn so besonders macht. Kühle Augen. Eine warme Stimme, jedenfalls manchmal.

Er griff um sie herum, ohne sie zu berühren, und drückte ihr ein Glas in die Hand.

„Danke“, sagte sie leise und konzentrierte sich auf die Limonade. Einen Moment sah sie auf, um rasch wieder wegzusehen.

Er streckte die Hand aus und berührte sie am Ellenbogen. „Möchtest du tanzen?“

„Nein.“ Sie betrachtete ihre Füße und gab zu: „Meine Schuhe drücken.“ Aber etwas war anders. Etwas an ihm, und sie konnte nicht herausfinden, was es war. Mit ihm zu tanzen – das erschien ihr beinahe zu nahe. Nicht, dass das früher schon so gewesen wäre. Und er hatte nicht ihre Schwester um den ersten Tanz gebeten, dessen war sie sicher.

„Du solltest nichts tragen, das drückt“, sagte er und blickte zu ihren Füßen.

„Das ist einer der Gründe, warum ich diese Veranstaltungen verabscheue.“ Plötzlich hielt sie inne. „Ich verabscheue sie nicht. So habe ich das nicht gemeint.“ Aber das hatte sie doch. Ein Eindringling. Eine Stufe über einer Gouvernante – nur wusste sie, dass manch eine Gouvernante einen besseren Stammbaum hatte als sie. Jemand hatte ihr das einmal gesagt. Ein Anflug von Schuldgefühl brannte in Lilys Magen. Sie hatte ihrer Mutter nicht ganz ohne Hintergedanken erzählt, was jene Frau damals gesagt hatte, und sie war fortgeschickt worden.

Jetzt hob Lily den Kopf. „Du siehst wieder ganz aus wie immer. Finstere Miene von einem Ohr zum anderen.“

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, aber er verbarg es rasch. „Ich glaube nicht, dass man von einem Ohr zum anderen finster aussehen kann.“

„Ach du liebe Güte“, sagte sie und tat so, als wäre sie überrascht. „Dir gelingt das regelmäßig.“

„Danke, Miss Hightower. In deiner Gegenwart bin ich zu Dingen fähig, die ich nicht für möglich gehalten habe. So wie meine Genesung kürzlich. Ich wollte dir noch sagen, dass ich mich erinnere, wie du mich während meiner Krankheit besucht hast. Ich vermute, ich hatte so viel Laudanum in mir, dass ich nicht genau wusste, was Wirklichkeit war und was ich mir nur eingebildet habe.“

„Mir blieb kaum eine andere Wahl, als dich zu besuchen“, sagte sie und lächelte. „Deine Mutter lief vor eurer Haustür auf und ab, weinend, überzeugt davon, dass du nicht überleben würdest. Draußen war es wieder winterlich kalt geworden, und es hatte begonnen zu regnen. Ich flehte deine Mutter an, mich zu dir zu lassen, sodass sie aus dem schlechten Wetter herauskam.“

„Danke.“

„Vielleicht habe ich mir auch Sorgen um dich gemacht. Nur ein kleines bisschen.“ Sie lächelte wieder.

„Weil du mich als Ehemann für Abigail eingeplant hast.“ Sein Blick wurde kühl.

„Nicht nur das – und das weißt du. Ich kenne dich und deine Familie schon mein ganzes Leben lang.“

„Wärest du auch so besorgt gewesen, wenn mein Bruder Andrew, oder wenn Steven krank gewesen wäre?“

„Natürlich …“, behauptete sie. Er kniff die Augen zusammen. „Natürlich“, wiederholte sie und blickte ihn eindringlich an. Aber sie nahm ihren Worten etwas von ihrer Schärfe, indem sie sanfter weitersprach. „Aber sie haben nie dafür gesorgt, dass ich mein Leben lang eine Narbe trage. Haben nie mit mir geschimpft. Oder versucht, mich davon zu überzeugen, dass es keine Einhörner gibt.“

„Gut, du hast gewonnen. Die Zeichnung, die du mir gezeigt hast, hat bewiesen, dass es Einhörner gibt, und ich hoffe, du hast inzwischen genug gespart, um eines kaufen zu können.“

„Ich habe stattdessen eine Puppe gekauft.“

„Ich hatte dich gebeten, mich das Einhorn sehen zu lassen, wenn du es gekauft hast.“ Er sah sie an.

Sie senkte den Blick. „Selbst damals habe ich mich nicht durch deine Ernsthaftigkeit täuschen lassen.“

Das Schweigen zwischen ihnen war voller gemeinsamer Kindheitserinnerungen.

„Nun, ich danke dir dafür, dass du mich besucht hast, als ich krank war“, sagte er leise. „Es bedeutet mir viel.“

„Jemand musste dich an deine Manieren erinnern“, meinte sie.

„Wie bitte?“ Er zog die Brauen hoch.

„Als du krank warst und Fox diese schrecklichen Dinge sagte, und du – nun – das hättest du wirklich nicht tun sollen, weißt du.“

Er schüttelte den Kopf, wusste nicht, worauf sie anspielte.

Autor

Liz Tyner
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